Bewegendes Konzert des neuen Dekanatskantors

Micha Haupt begeistert mit hoher Orgelkunst in der Stadtkirche

 

Gunzenhausen. Voller Erwartung füllten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Kirchenbänke, um das erste Orgelkonzert des neuen Dekanatskantors Micha Haupt in der Stadtkirche mitzuerleben.

Sie wurden nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil: mit hoher Orgelkunst gestaltete der Kirchenmusiker am Vorabend des 2. Advent tief berührende und bestimmt lange nachklingende, sowohl mächtig daherkommende (wie Johann Sebastian Bachs berühmte „Toccata und Fuge in d - moll“), als auch meditativ, gleichsam behutsam, zu Herzen gehende Musik des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts (Cesar Francks „Präludium, Fuge und Variation in h - moll“ und Johann Adam Reinckens Choralfantasie zum in der Reformationszeit bekannten Choral „An Wasserflüssen Babylons“).

Eine Besonderheit stellte dabei auch das zweite an diesem Abend zur Aufführung kommende Stück „Ciacona in d - Moll“ von Johann Sebastian Bach dar: wie Micha Haupt in seinen einführenden Worten erwähnte, hatte dieses mehr als 300 Jahre lang als anonym gegolten, bevor es erst vor wenigen Wochen, nach Jahrzehnten intensiver Forschung, als Werk des 18 - jährigen Bach identifiziert wurde, das er auf seiner ersten Anstellung, als Organist an der „Neuen Kirche“ in Arnstadt (Thüringen), geschrieben hat – und das erstmals als solches nun in der Stadtkirche erklang.

Weiterer Höhepunkt des denkwürdigen Orgelkonzerts: die Einladung an die Gemeinde, Liedwünsche für die die nun folgende „Improvisation 1“ zu äußern. Schnell waren dem Kantor vier Lieder genannt, die er in unnachahmlicher Weise spontan und kunstvoll in vielstimmige Orgelmusik verwandelte („Macht hoch die Tür“, „O komm, o komm, du Morgenstern“, „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ und „Zu Bethlehem geboren“).

Mit Micha Haupts „Improvisation 2“ zum Adventslied „Tochter Zion“, in das auch die Gemeinde einstimmte, sowie Gebet und Segen, gesprochen von Pfarrerin Conny Schieder, wurde dieses Konzert als zu Herzen gehende musizierte Verkündigung beschlossen.

Helmut Müller (Dekan in Ruhe)